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Luther-Mosaik hängt nun in der Laubacher Stadtkirche

Wie sieht das Gesicht der Reformation heute aus?

Luther-Mosaik, das aus den Fotos der Mitwirkenden zusammen gesetztwurde

Der Reformation ein Gesicht geben

Über 100 Menschen aus Laubach und Umgebung haben sich an der Aktion „Der Reformation ein Gesicht geben“ zum Reformationsjubiläum beteiligt und sich mit ihrem Bild und einem Statement eingebracht. Stück für Stück ist die Ausstellung dazu in der Stadtkirche gewachsen. Zum Reformationstag am 31.10. wurden die Einzelbilder der Teilnehmer zu einem großen Luther-Mosaik zusammengestellt.

Ausgangspunkt des Projektes war der Gedanke, dass vor allem Martin Luther das Gesicht der Reformation in Deutschland war. Die Porträts, die Lucas Cranach von Martin Luther geschaffen hat, wurden zu Ikonen und fanden eine weite Verbreitung. Der Anstoß von einst mit den vier Soli (allein Christus, allein der Glaube, allein die Gnade, allein die Schrift) wurde Grundlage der protestantischen Kirchen.

Daraus entwickelte sich die Frage für die Aktion. Wenn Luther das Gesicht der Reformation war, wie sieht das Gesicht der Reformation heute aus? Und was wurde aus dem mutigen Bekennen von einst? Wie hat es Eingang in die Fragen und Deutungen der Menschen von heute gefunden? „Die Reformation bedeutet für mich… Ich bin evangelisch, weil… Die Kirche hat Zukunft, wenn…“ Mit diesen drei Fragen war jeder eingeladen, sich selbst auf die Spurensuche zu machen. Die Statements, die abgegeben wurden, waren sehr vielfältig. Sie waren persönlich, politisch und bisweilen provokant. 

Viele verbanden ihre Aussagen mit einem Bezug auf die vier „Alleins“ der Reformation wie z.B. „Ich bin evangelisch, weil das Evangelium von Jesus Christus mich begeistert.“ Andere bezogen sich auf die Folgen der Reformation, die noch heute zu sehen sind, wie die Bibelübersetzung ins Deutsche und die Freiheit des Gewissens und des Glaubens. Und die Reformation ist längst Teil einer eigenen Tradition geworden, wenn Menschen sagen: „Ich bin evangelisch, weil meine Eltern evangelisch waren.“ 

Der Blick zurück und in die Gegenwart führt zum Blick in die Zukunft. Bei dieser Frage haben sich vor allem die Konfirmanden und junge Menschen beteiligt. „Kirche hat Zukunft, wenn sie mit der Zeit geht und sich nicht an alten Gedanken festklammert.“ Hier wird mit anderen Worten gesagt, dass Reformation nicht nur ein historisches Ereignis ist, sondern weitergeht. Natürlich muss ich mich fragen: Was sind die Wurzeln, die meinen Glauben tragen? Aber auch: Was sind (alte) Traditionen, die sich überlebt haben? Wo werden wir als Kirche, als Gemeinde oder als Einzelne in dieser Welt gebraucht?

An dieser Stelle möchte ich als Pfarrer einen herzlichen Dank sagen all denen, die sich an der Aktion beteiligt haben. Im Rahmen von „Der Reformation ein Gesicht geben“ hatte ich viele interessante Kontakte und Gespräche gegeben. Das große Luther-Mosaik in der Größe von fast drei Meter mal drei Meter kann in der Stadtkirche in den nächsten Wochen angesehen werden. Plakate der Luther-Mosaik liegen für Interessenten in der Kirche bereit. Herzliche Einladung zum Kommen und Staunen. 


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