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Sonntag Estomihi

„Lasst Blumen sprechen“

Rote Tulpen

Lasst Blumen sprechen

Liebe Leserinnen und Leser unserer Homepage, am Sonntag Estomihi, dem 14.Februar 2021, ein paar Gedanken von Pfarrerin Anke Stöppler zum Valentinstag, Fasching und dem letzten Sonntag, der noch nicht in die Passionszeit, in die Fastenzeit, fällt.

Valentinstag – „Lasst Blumen sprechen“, gar nicht so einfach in diesem Jahr, da kann man schon kreativ sich was einfallen lassen. Der Heilige Valentin, er hatte es sich damals, Mitte des 3. Jahrhunderts, unter anderem zum Ziel gesetzt, Paare, die sich liebten, aber nach römischem Gesetz nicht heiraten durften, christlich zu trauen. Deshalb: Verliebte, Verlobte, Verheiratete, lasst Blumen sprechen, gebt Zeichen der Liebe untereinander weiter.

Fasching – „Die Stadt ist total leer. Niemand ist an Weiberfasching durch die Straßen gewandert. Rosenmontag ohne das Durcheinander der Menschen beim Rosenmontagszug, das ist für mich nicht vorstellbar.“ Im Radio kann ich die Tränen des Herrn, der so traurig ist, direkt hören. Fasching, wenn man mittendrin steckt, ein tolles Durcheinander. Und so soll es ja auch sein. Das letzte Mal vor Aschermittwoch, vor dem Beginn der Passionszeit, feiern, froh sein, genießen. Faschingsmenschen, gebt die Hoffnung untereinander weiter, dass es uns nächstes Jahr gelingt, am siebten Sonntag vor Ostern Fasching zu feiern.

Faschingssonntag, der Sonntag, der eben noch nicht in die Passionszeit fällt – vor zwei Jahren waren die Vorbereitungen für unsere Aktion „Das wandernde Kreuz“ fast abgeschlossen, am Aschermittwoch sollte es losgehen. Vielleicht erinnern Sie sich. Auch das kann in diesem Jahr nicht verwirklicht werden.

Gehen wir in Gedanken den Weg Jesu mit. 

„Seht, wir gehen hinauf nach Jerusalem“, sagt Jesus zu seinen Jüngern, „und es soll alles vollendet werden“. Eine geheimnisvolle Ankündigung, die die Jünger in ihrer ganzen Tragweite wahrscheinlich noch nicht verstehen. Das Wochenlied (Evangelisches Gesangbuch Nr. 545) für diesen letzten Sonntag vor dem Beginn der Passionszeit entfaltet diesen geheimnisvollen Satz in allen vier Strophen. Wir gehen hinauf nach Jerusalem in leidender Liebe Zeiten und sehen, wie einer für alle stirbt, um uns einen Platz zu bereiten. Es ist ein besonderer Weg, der Jesus hinauf nach Jerusalem führt. Er endet mit seinem Tod am Kreuz. Aber dieser Tod ist nicht das Ende eines Lebens. Aus ihm entsteht ein Neubeginn. Das hat Bedeutung für alle Menschen.

Wir gehen hinauf nach Jerusalem. Wer will bei dem Herren bleiben und kosten von einem so bitteren Kelch? Die Angst soll uns nicht von ihm treiben. Der Weg hinauf nach Jerusalem fällt Jesus nicht leicht. Und auch für seine Freunde stellen sich bald Fragen: Wer von ihnen will begleiten, sich der Gefahr aussetzen, der sich Jesus stellt? Aber stehen bleiben und Jesus allein lassen, wollen sie auch nicht. Wir gehen hinauf nach Jerusalem, das Opfer der Welt zu sehen, zu spüren, wie unsere Not vergeht, und unter dem Kreuze zu stehen. Singend, lesend, verstehend, gehen auch wir mit Jesus hinauf nach Jerusalem. Das Lied nimmt uns mit auf diesen Weg. Am Ende führt uns dieser Weg an den Ort, „wo unsere Not vergeht“, unter das Kreuz. Wir gehen hinauf nach Jerusalem, zur Stätte der ewigen Klarheit. Wo Leiden und Ohnmacht in unserer Welt, da finden wir Christus in Wahrheit. Manches in diesem Lied bleibt unbestimmt. Das Geheimnis, das Jesu Kreuzestod umgibt, bleibt gewahrt. 

14. Februar 2021, „wo Leiden und Ohnmacht in dieser Welt, da finden wir Christus in Wahrheit“ – lasst Blumen sprechen, gebt Zeichen der Liebe, der Wertschätzung untereinander weiter und gebt die Hoffnung untereinander weiter, dass so manches Leiden und so manche Ohnmacht ein Ende haben wird. 

Herr Jesus Christus, in Dir zeigt sich, was Liebe ist. Du bist den Weg hinauf nach Jerusalem gegangen, Du hast die Angst ertragen und unsere Not getragen. Auf geheimnisvolle Weise bist Du für uns gestorben, damit wir leben können. Wir danken Dir für Deine Liebe.

Ich wünsche uns, dass wir in dieser Zeit, in der uns Ohnmacht, Leid und Not besonders bewusst werden, den Weg unter das Kreuz gehen und Christus in Wahrheit finden, dass wir uns Liebe und Hoffnung bewahren.

Es grüßt Sie herzlich Ihre Pfarrerin Anke Stöppler, Laubach 


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