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Laubacher Kreuzweg startete im Rathaus

Ostern ist kein zweites Weihnachten

Celina Gräfin zu Solms-Laubach; Susanne Schimmel, Christine Diepolder, Heike Müller-Mehlhos, Anja Martiné, Susanne Koch mit Judas-Puppe, Raphael Maninger, Isolde Hanak und Pfarrerin Anke Stöppler

Celina Gräfin zu Solms-Laubach; Susanne Schimmel, Christine Diepolder, Heike Müller-Mehlhos, Anja Martiné, Susanne Koch mit Judas-Puppe, Raphael Maninger, Isolde Hanak und Pfarrerin Anke Stöppler

Kirche muss da sein wo die Menschen sind.“ Dieser Satz bleibt oft gut gemeinte Theorie. In Laubach wird er in der Passionszeit 2019 in die Tat umgesetzt. Am Aschermittwoch startete die Aktion „Ostern ist kein zweites Weihnachten“ mit einer Andacht im Laubacher Rathaus.

Per Email waren die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf die Aktion aufmerksam gemacht worden. Etwas zögerlich versammelten sich etwa 15 Männer und Frauen im Rathausfoyer, wo Mitglieder des Kirchenvorstands, Dekanatsjugendreferent Raphael Manninger und Pfarrerin Anke Stöppler ein etwa zwei Meter großes Holzkreuz aufgerichtet hatten. Eine Andacht im Rathausfoyer – auch für die anwesenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter war das eine völlig neue Situation. Angesichts der anfänglichen Unsicherheit klang der Gesang unter der Leitung von Dekanatskantorin Anja Martiné recht kräftig. Das mag auch an der Unterstützung durch die Stadträtinnen Isolde Hanak und Christine Diepolder gelegen haben. Sie begrüßen es, dass das Kreuz in diesen Tagen im Rathaus steht und nicht nur die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, sondern auch die Besucher an die Bedeutung der Passionszeit erinnert.

Genau das ist das Ziel des Kreuzweg-Teams der Kirchengemeinde. „Was hat das Kreuz mit mir zu tun?“ Diese Frage sollen sich die Menschen, so Kirchenvorstandsmitglied Susanne Schimmel, stellen, wenn sie ihm in den Wochen vor Karfreitag an verschiedenen Orten in Laubach begegnen. Sie sagt: „Sie können sich mit der Figur-Judas identifizieren, die das Kreuz begleitet und seine Geschichte vom Verrat an Jesus hören.“ Diese Geschichte stand auch im Mittelpunkt der Andacht im Rathaus-Foyer. Susanne Koch vom Kirchenvorstand verlieh Judas eine Stimme und sprach eindringlich von seinen Schuldgefühlen nach dem Verrat an Jesus. Schuld eingestehen, Schuld ablegen – weiße Steine sollen das den Menschen in Laubach leichter machen. Beschriftet oder unbeschriftet sollen sie vor dem Kreuz abgelegt oder in einer Kiste deponiert werden. Am Karfreitag, wenn das Kreuz nach seinem Weg durch Laubach in die Kirche zurückkehrt, werden sie unterm Kreuz ihren Platz finden. „Um neues Leben an Ostern annehmen zu können, muss altes Leben abgehakt werden,“ so Susanne Schimmel.

Der „Kreuzweg“ durch Laubach „füllt die Passionszeit mit neuem Leben und erinnert an die ursprüngliche Bedeutung von Ostern, die Chance der Versöhnung mit uns selbst“ beschreibt Susanne Schimmel dieses außergewöhnliche Angebot an die Laubacher. Noch bis zum 12. März stehen Kreuz und Judas im Rathaus. Vom 13. bis 19. März macht es in der Friedrich-Magnus-Gesamtschule Station, wandert dann zur Kita Weltentdecker (ab 27. März), danach zum Laubach-Kolleg (ab 3. April). Letzte Station ist ab dem 9. April das Oberhessische Diakoniezentrum Laubacher Stift.

Am Ostersonntag steht das Kreuz dann, geschmückt mit grünen Zweigen und am Vorabend beim Osterfeuer gebastelten Blumen, in der Stadtkirche als Zeichen des neuen Lebens und der Osterfreude.


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