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Dritter Orgelwettbewerb der EKHN in Laubach

Ulrike Viel überzeugt mit stilistischer Vielfalt

Uwe Rauschelbach, Ulrike Viel und Manuel Pschorn mit ihren Orgelpfeifen vor der Laubacher Stadtkirchenorgel

Die Gewinner des Orgelwettbewerbs

Die Gewinnerin des dritten Wettbewerbs für nebenberufliche Organistinnen und Organisten in der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) kommt aus Weilburg. Ulrike Viel überzeugte die Jury unter anderem mit ihrer „stilistischen Vielfalt bei der Literaturauswahl und in der Liedbegleitung“. 

Die zweitbeste Bewertung erhielt der erst 17jährige Manuel Pschorn aus Wiesbaden. Die dritte Sieger-Orgelpfeife durfte Uwe Rauschelbach aus Lampertheim mit ins Dekanat Ried nehmen. 

Die Preisträger stehen exemplarisch für die große Vielfalt unter den rund 3300 nebenamtlichen Organistinnen und Organisten in der EKHN: Vom "spätberufenen" Berufstätigen über den musikbegeisterten Jugendlichen bis zum musikalischen Profi, der das Orgelspiel als "Hobby" betreibt.  Ebenso vielfältig ist die Art, wie die drei die Aufgaben des Wettbewerbs lösten. Uwe Rauschelbach beeindruckte die prominent besetzte Jury aus Vertretern von drei Musikhochschulen und einer Musikredakteurin des Hessischen Rundfunks mit seinem "schwungvollen Spiel und dem kreativen Umgang mit dem Klangfarbenreichtum der Laubacher Orgel". Erst im Alter von 49 Jahren begann der 56-jährige Journalist mit dem Orgelspiel – auch das brachte ihm die Anerkennung der Jury und des Publikums ein.

Mit 13 Jahren war Manuel Pschorn vor vier Jahren zum ersten Mal in Laubach dabei. Bei seiner dritten Teilnahme gelang ihm jetzt der Schritt auf das Treppchen. Sein „zuspackender Zugriff auf das Instrument“ und sein „phantasievolles und mutiges Spiel“ führten ihn auf den zweiten Platz.

Die Siegerin ist Lehrerin für Flöte und Akkordeon an der Kreismusikschule Oberlahn. Ihr sei es gelungen, „die barocken Klangmöglichkeiten der Laubacher Orgel voll auszuschöpfen“, befand die Jury.

Den vierten Platz teilten sich der erst 15jährige Niklas Schlosser aus Homberg/Ohm und Constantin Scholl (Jahrgang 1998) aus Ewersbach im Dekanat Dillenburg.

Die Teilnehmenden der Endrunde spielten auf sehr hohem Niveau, freute sich Kirchenmusikdirektorin der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN), Christa Kirschbaum. Folgt man Jurymitglied Martin Bartsch, ehemaliger Leitender Kirchenmusikdirektor der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, könnte „jede Gemeinde sich glücklich schätzen, einen der Teilnehmenden am Wettbewerb an ihrer Orgel zu haben!“

Was das heißt, konnten die Besucherinnen und Besucher des Gottesdienstes am Sonntag in der Laubacher Stadtkirche erleben. Die drei Preisträger begleiteten die Gemeinde bei den Liedern und beeindruckten das Publikum mit Solostücken. Wer sich auf die Musik von der Orgelempore einließ, konnte erahnen, was der Propst in Oberhessen, Matthias Schmidt, in seiner Predigt mit den Worten beschrieb: „Durch die Musik in der Kirche entsteht der Kontakt zur himmlischen Liturgie.“ Bei der Liturgie im Laubacher Gottesdienst unterstützten ihn der Grünberger Dekan Norbert Heide und der Laubacher Pfarrer Stephan Ebelt.

Um die Orgelpfeifen und die Geldpreise der Stadt Laubach, des Dekanats Grünberg, des Zentrums Verkündigung der EKHN und der Sparkasse Laubach-Hungen zu ergattern, mussten die Teilnehmenden neben fremden Kompositionen eigene Vorspiele und Begleitsätze zu Kirchenliedern präsentieren. Vor dem eigentlichen Wettbewerb hatten sie die Möglichkeit, auf der Laubacher Orgel zu üben und sich an das Instrument zu gewöhnen. Nicht nur die Zuteilung der Übungszeiten, auch die übrige Organisation wie die Versorgung mit Essen und Getränken im Gemeindehaus und die Suche nach Übernachtungsmöglichkeiten in Laubach lag in den Händen von Dekanatskantorin Anja Martine mit ihrem Freiwilligen-Team. Landeskirchenmusikdirektorin Christa Kirschbaum dankte der Kirchenmusikerin und allen Helfern in der Laubacher Kirchengemeinde für ihr Engagement.

Sie würde sich freuen, wenn auch in zwei Jahren wieder einige von den rund 3300 nebenamtlichen Organistinnen und Organisten in der EKHN beim Orgelwettbewerb dabei sind. Willkommen sind Musikerinnen und Musiker jeden Alters, betonte sie: „Es ist nie zu spät, seinen Orgeltraum zu verwirklichen.“


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